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Mischgefühle auf einer Forschungsreise

Meiningen

5.Station “Heimatgespräch”

Heimatpflege

Wart ihr schon einmal in Jerusalem ? Nein nicht in diesen Jerusalem.
Das Jerusalem in der südthüringischen Kreisstadt Meiningen.
1806 ließ der Staatsminister Freiherr von Könitz etwas außerhalb der Stadt Meiningen eine weitläufige Parkanlage mit Villa und Gutshof namens Jerusalem errichten.
Heute sucht man in Jerusalem bei Meiningen vergebens die Villa eines Freiherrn.
Zwischen 1969 und 1983 entstand eine Plattenbausiedlung für 3.200 Menschen, zumeist beschäftigt bei „Robotron“. „Robotron Meiningen“ war das Mikroelektronik-​Unternehmen der DDR.

Seit der Wendezeit hat sich hier einiges verändert. Einige Plattenbauten wurden abgerissen ; alte Plätze bekamen neue Objekte mit viel Glas — ein idealer Standort für unseren Heimatforscher-Container.
Der Container wurde am Rande eines riesigen Platzes aufgestellt. „Heimatpflege“ war das Thema, zu dem im Container, davor und drumherum gearbeitet werden sollte.
Heute leben hier immer noch 3500 Menschen. Ein Drittel der Anwohner*innen sind Rentner*innen. Zum Teil wohnen sie seit 50 Jahren in Jerusalem. Das Miteinander von “Alteingesessenen” und “Neuankömmlingen” ist nicht immer harmonisch. Es braucht sehr viel Zeit, um eine gemeinsame Perspektive zu finden, was das Stückchen Heimat „Jerusalem“ alles sein kann.
Unser Container wurde als Aktionsraum mit Themenschwerpunkt „Heimatgefühle“ willkommen geheißen und mit Veranstaltungen gefüllt.
Jeden Tag das Angebot für ein gemeinsames Frühstück, kleine Workshops, Pflegeeinsätze an den Hochbeeten, Aufräumarbeiten im Quartier, etwas Beat für die Jugend und Helene Fischer für die Sehnsüchtigen.
Einige Teilnehmende brachten ihre Fotos mit, alte Aufnahmen aus der Anfangszeit der Platte. Austausch von Erinnerungen, wer hat wo gewohnt, tägliche Pfade und Wege, Begegnungen. Die Alten erzählen, die Jungen hören gespannt zu. Gespräche über Menschen, die schon lange tot sind. Erinnerungen von ganz weit Hinten, da wo das Heimatgefühl sitzt.
Die gemeinsame Aktionswoche mit unserem Heimatforschercontainer war zu kurz, um Heimatpflege für Alle anzubieten. Was bleibt ist die Begegnungsstätte im Quartier, mit ihren engagierten Mitarbeiter*innen und deren jahrelangen Erfahrungen in der sozialen Arbeit.
Ihr Name ist „Cabrini“, benannt nach der Schutzpatronin der Aus- und Einwanderer Franziska Xaviera Cabrini.

Organisation : Conny Klötzke, Thomas Kranke
Projektpartner : Begegnungszentrum „Cabrini“, Projekt PARTHNER Thüringer Kulturrat e.V, engagierte Privatpersonen, Jugendkunstschule „Christophine“